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Arbeitsgruppe Prähistorische Metall Technologie


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Wootz

 

Im Rahmen der Tage zur „Experimentellen Archäologie“ in Oerlinghausen haben wir in den Jahren 1989 bis 1991 Versuche zum Herstellungsprozess von Wootz durchgeführt.
Nach intensiver Literaturarbeit, bei der alle zu dieser Zeit bekannten Aufsätze zu diesem Thema (Sowohl alte Reisebeschreibungen aber auch neue russische und englische Literatur) aufgearbeitet wurden, wurden die Erkenntnisse im Experiment umgesetzt.

Es ging uns dabei am Anfang vor allem um die möglicht genaue Nachbildung der in alten Reisebeschreibungen festgehalten Herstellungsverfahren.
Tiegel wurden gefertigt, ein Ofen gebaut, entsprechend große Mengen an Holzkohle bereitgestellt.
Bei der Auswahl an Grundwerkstoffen wurden als Ausgangsmaterial verschiedene fertige Stahle bis hin zum gereinigten Erz verwendet.
Die Beigaben zum Stahl, die für eine Kohlenstoffanreicherung vorgesehen waren wurden ausgesucht. Hierbei wurde als Ersatz für die in Indien verwendeten taninhaltigen Hölzer vor allem Eichenholz eingesetzt, da auch diese viel Tanin enthält und somit ähnlich viel Kohlenstoff bei der Verbrennung abgibt.

Ein weiterer Wichtiger Punkt war das luftdicht abschießen des Tiegeldeckels mittel Tonschlämme.

     

In den Versuchen, die teilweise über 24 bis 36 Stunden liefen, wurde schnell klar, dass eine gute Feuerführung für den Prozess notwendig ist.

Auch die Tiegel und deren Abdichtungen mussten teilweise verändert werden.

Trotz vieler Widrigkeiten ist es uns gelungen, mehrere kleine Wootzkuchen in diesem Verfahren herzustellen.
 
Einige der Kuchen wurden aufgesägt und metallurgisch untersucht.

Die ersten Schmiedeversuche waren allerdings, vielleicht auch wegen der doch sehr geringen Masse nicht sehr erfolgreich.